Reiseberichte - VDA-Kongreß in Erlangen (Teil 5) von Jörg Leine Abbildung H.-J. Ende
Vivarianer halten sich gern in den Heimatländern ihrer
Pfleglinge auf um ihre Biotope, ihre Lebensweise und, wenn möglich, ihre
Fortpflanzung kennen zu lernen. Interessant ist es immer (für den Einen mehr,
für den Anderen weniger), wenn die auf solchen Reisen gewonnenen Eindrücke in
Vorträgen weiter vermittelt werden.
Der letzte Kongresstag war zwei solchen Vorträgen
vorbehalten, wohl auch, um die vom Festball noch nicht ganz genesenen Hirne
nicht gar zu sehr zu überlasten.
Den Anfang machte Dr. Stefan HETZ
aus Berlin mit: Herpetologische Eindrücke aus dem südlichen Afrika
Der ausgedruckte Titel des
Vortrages war nicht so ganz ernst zu nehmen. Wir wurden nach Botswana, in die
Südafrikanische Republik und auf die Insel Madagaskar geführt – und Fische gab
es auch zu sehen.
Im Norden Botswanas im Rio
Chobe, einem Grenzfluss zu Namibia im Bereich des Caprivizipfels wurden Hydrocynus vittatus Castelnau, 1861, ein Salmler dessen
Typuslokalität, der Lake N´gami, etwa 230 km südlich am Rande des
Okavango-Basins liegt und Hepsetus odoe
(Bloch, 1794), ein Raubsalmler
gefangen.
Aus dem Krüger-Park sahen wir
u.a. Giraffen, die voller Zecken waren und Elefanten. Terraristisch gab es
Riedfrösche (Hyperolius-Arten) zu
sehen. Diese Tiere rufen so laut, dass die Schmerzgrenze (für den Menschen)
erreicht wird.
Aus Zululand wurden uns
Vertreter der Gattungen Chiromantis,
(Frösche, die Schaumnester bauen) und Breviceps
(Diese Frösche leben fast ständig unterirdisch in Selbstgegrabenen Gängen und
Erdhöhlen, in denen sie sich auch paaren. Die Weibchen legen dann wenige große
Eier unter Steinen oder in Erdlöchern ab, aus denen fertig entwickelte Frösche
schlüpfen. Sie fressen Würmer, Ameisen und Termiten. Gewässer werden von den
Tieren nie aufgesucht.) gezeigt. Außerdem sahen wir Bilder vom
„Seerosen-Riedfrosch“ Hyperolius pusillus (Cope, 1862), der seine Eier
zwischen Seerosenblättern oder auch zwischen Pistiablättern ablegt. |
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Den zweiten Reisebericht hörten wir von Frau Dr. Helga
Dietrich aus Jena: Borneo – Im Land der Orang Utans, Orchideen und der
größten Blüte der Welt
Frau Dietrich ist Botanikerin, ehemalige Mitarbeiterin des
Botanischen Gartens Jena, und so war der Vortrag auch weitgehend botanisch
geprägt. Sie hatte das zu Malaysia gehörende Sarawak besucht, ein zum größten
Teil noch unberührtes Gebiet der Insel.
„Ureinwohner“ sind (u.a.) die Ibans, ein Zweig der Dayak.
Bei diesem Volk war es noch bis zum Zweiten Weltkrieg üblich, dass ein junger
Mann seinen künftigen Schwiegereltern vor der Hochzeit den abgeschlagenen Kopf
eines Menschen brachte (wohl um seine Eignung als Krieger zu beweisen). Die
Köpfe hängen jetzt noch in den aus (relativ termitenfestem) Palmholz gebauten
Hütten. Heute dienen Orang Utans möglicherweise als Ersatz. (Zumindest hingen relativ
frische Schädel junger Orangs in einem Haus.) Die kleinen drahtigen Menschen
tragen meist Tätowierungen. Diese Tätowierungen sind ein Zeichen der
gesellschaftlichen Stellung des Trägers, je höher die Stellung, desto mehr
Tätowierungen. Sie wohnen in reich mit Schnitzereien verzierten Langhäusern mit
einer großen Gemeinschaftshalle, hinter der sich die Privatgemächer befinden.
Von den kleinen Völkern werden noch die ursprünglichen Götter verehrt, sonst
herrscht der Islam (das heißt auch: „es gibt kein Bier“).
Wirtschaftlich spielt der Ölpalmenanbau (Elaeis guineensis Jacquin) die größte Rolle. Sarawak ist
der größte Produzent und Exporteur der Welt. Daneben gibt es kleine Kakao- (Theobroma cacao Linnaeus) und Pfefferkulturen (Piper nigrum Linnaeus).
Auch Betelpalmen (Areca catechu Linnaeus) werden angebaut und genutzt.
Palmkäferlarven (Engerlinge) gelten als Aphrodisiakum. Den
(lebenden) Tieren wird der Kopf abgebissen und dann werden sie ausgesaugt. –
Amor Hilf! -
Es gibt auf Borneo rund 11 000 Pflanzenarten (zum
Vergleich: in Mitteleuropa sind es 3200!). Hier nur eine Auswahl der
vorgestellten Arten aus dem sehr langen Vortrag: Cyrtostachys renda Blume,
die Siegellackpalme ist eine sehr attraktive Palmenart mit schönem, intensiv
roten Stamm. Die auf Borneo endemische Bauhinia
bidentata Jack, eine
Leguminose (Hülsenfrüchtler), ist eine Kletterpflanze mit schönen gelblich bis
orangenen Blütenständen. Sehr gut wachsen bei der hohen Luftfeuchtigkeit und
den hohen Temperaturen die Heliconia-Arten
(die über 100 Arten umfassende Gattung ist im tropischen Amerika und in
Ozeanien beheimatet), die sich ja auch bei uns als Schnittblumen größerer Beliebtheit
erfreuen.
Vertreter der Vandiinae (ein Subtribus innerhalb der
Orchideen-Unterfamilie Epidendroideae) werden zahlreich gezüchtet und gehalten.
Für europäische Verhältnisse sind sie aber weniger geeignet. Cymbidium-Arten, deren Zuchtformen bei
uns in keinem Baumarkt fehlen, wachsen nur in den kühlen Bergregionen. Blätter
von Coelogyne-Arten waren mit
Lebermoosen überwachsen, Epiphyten gibt es halt überall.
Die zu den Malvenartigen gehörenden Flügelnussgewächse (Dipterocarpaceae) sind mit riesigen, bis
60 m hohen Bäumen vertreten, die auch heute noch zum Bau von Einbäumen
genutzt werden.
Unterhalb von Wasserfällen kann es zu Schaumbildungen kommen.
Ursache sind Seifenbaumgewächse – Sapindaceae (zu denen u. a. die Kastanien,
der Litschibaum (Litchi chinensis Sonn) und der Waschnussbaum (Sapindus mukorossi Gaertner), dessen Früchte als
Waschmittel genutzt werden, gehören) – die beim Verrotten Saponine freisetzen.
Eine Besonderheit ist die so genannte Laubausschüttung. Innerhalb von Stunden
werden zahlreiche neue Blätter gebildet, die, zunächst ohne Chlorophyll,
weißlich bis rötlich aussehen. Erst innerhalb mehrerer Tage bilden sich das
Chlorophyll (sowie die Saponine und Alkaloide).
Die Wälder sind reich an Edelhölzern und Farnen (sowohl
epiphytisch, als auch am Boden wachsend). Eine Farnart wird als Gemüse genutzt.
Auf Borneo leben über 600 valide Taubenarten. Die
bekanntesten und größten, die Kronentauben sind recht selten und nur im dunklen
Urwald zu finden. Auf einem Bild war einer der sehr seltenen Sunda Gaviale (Tomistoma schlegelii (Müller, 1838) mehr zu ahnen als zu
sehen.
Der Bako Nationalpark, der kleinste und älteste
Nationalpark, ist nur über das Meer zu erreichen. An der gesamten Küste stehen
Mangrove-Wälder. Im Nationalpark wachsen zahlreiche Nepenthes-Arten (Kannenpflanzen). Nepenthes gracilis Korthals
überzieht ganze Bäume, Nepenthes
ampullaria Jack wächst
ausschließlich terrestrisch, Nepenthes
rafflesiana Jack bildet die
größten Kannen aller Kannenpflanzen. Sie enthalten bis zu 1 l Flüssigkeit.
80% aller Opfer sind Ameisen.
Die Makaken des Nationalparks dringen bis in die Hütten vor.
Die größere Gefahr geht aber nicht von ihnen und den zahlreichen Moskitos aus,
sondern von fallenden Kokosnüssen. Selbst tödliche Unfälle sind durch diese
Früchte schon verursacht worden.
Bei der Gattung Myrmecodia
liegt eine echte Symbiose mit Ameisen vor: Die Pflanzen bieten den Ameisen
Unterkunft, diese schützen ihren Wirt vor Blattschneiderameisen und liefern
gleichzeitig noch Dünger.
Den Abschluss des Vortrages bildete Rafflesia arnoldii R. Brown,
die wie ihre Verwandten ein Vollschmarotzer ist. Wirtspflanze ist eine Art der
Gattung Tetrastigma, einem lianenbildenden
Weingewächs. Darin wächst die zweihäusige Rafflesia
myzelartig. Nur die Blüten sind außerhalb des Wirtes zu sehen. Auf einigen
Bildern konnten wir die Blütenentwicklung, die neun Monate dauert, sehen. Die
Blüten erreichen einen Durchmesser von 70 cm bis 1 m und verströmen
einen intensiven Aasgeruch. Sie enthalten etwas Nektar. Der Pollen der
männlichen Blüten tropft auf die angelockten Aasfliegen. Er ist sehr lange
haltbar, was einfach deshalb erforderlich ist, weil die Pflanzen nicht sehr häufig
sind.
Damit sind der diesjährige VDA-Kongreß und die Berichterstattung darüber beendet. Wir freuen uns schon auf das kommende Jahr, wenn der Kongress, veranstaltet vom Bezirk 21 Rhein-Ruhr in der Hansestadt Soest stattfindet.
Aquarienausstellung im Saalecenter am Rennbahnring Hans-Jürgen Ende
Vom 3. bis 20. September wurde im Saalecenter eine
Aquarienausstellung im Rahmen der Öffnungszeiten des Center angeboten.
Veranstalter war ein Schweizer Insektenforscher und Naturschützer, Christian
Schweizer.
Unter dem Titel „Faszination Süßwasser“ waren auf zwei
Etagen 10 Aquarien aufgestellt, unten sechs und oben vier. In 14 000 Litern
Wasser sollten über 1000 Fische schwimmen. Am Haupteingang sah der Besucher
gleich ein Brackwasseraquarium, besetzt mit mehreren Arten von Fischen. Und da
ging das Dilemma auch gleich los. Es waren zwar Erläuterungen zum Lebensraum
der Fische gegeben, aber welche Fische sich im Aquarium befanden, wurde schamhaft
verschwiegen. Dieser Mangel zeigte sich an fast allen Aquarien. Lediglich, wenn
die Becken nur mit einer Art besetzt waren, konnte man sich über den Besatz
informieren. Auch die Bilder, welche auf der Verkleidung aufgezogen waren,
waren teilweise unscharf.
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In erste Süßwasserbecken war ein Schwarm Piranhas eingesetzt, herrliche Tiere. Überhaupt war der Fischbesatz und teilweise die Bepflanzung gut bis hervorragend. Das folgende Aquarium war als Asienaquarium gestaltet und mit Puntius denisonii, Blauscherengarnelen, Macrobrachium ssp, Ancistrus (sind die jetzt auch schon in Asien heimisch) und Glossolepis incius, Lachsroten Regenbogenfischen, besetzt. Danach konnte im nächsten Aquarium eine tolle Gruppe Sumatrabarben, Puntius tetrazona, bewundert werden. Darinnen wurden auch ein oder mehrere Rote Amerikanische Sumpfkrebse, Procambarus clarkii, gezeigt. Diese Tiere sollen, lt. Beschilderung schon vor 1880 von Aquarianern in Europa eingeschleppt worden sein. Weiter ging es nach Südamerika. Ein toller Schwarm von Roten Neons, Paracheirodon axelrodi, war zu bewundern. Warum nun aber die Roten Phantomsalmler, Megalamphodus sweglesi, und die Maronibuntbarsche, Cleithracara maroni, nicht ausgeschildert waren, weiß nur der Veranstalter. Das nächste Aquarium führte uns nach Mittelamerika. Mollys, Platys der verschiedensten Zuchtformen und Guppys tummelten sich im Aquarium.
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Das Aquarium mit den Pfauenaugenbuntbarschen; in dem über dem Becken angebrachten Rechteck ist eine Weltkarte abgebildet, auf der das Heimatgebiet der Art markiert ist und ein häufig schon verblichenes Farbfoto mit dem Artnamen, der aber auch schon mal Platy xiphophorus ssp. lauten kann (gemeint sind Zuchtformen). |
Das Becken für die Kongosalmler mit durchaus ansprechender Bepflanzung |
Weiter ging es in der ersten Etage. Links der Treppe stand
ein Aquarium mit einem großen Paar Pfauenaugenbuntbarschen, Astronotus ocellatus. Rechts war ein
Aquarium, besetzt mit Kongosalmlern, Phenacogrammus
interruptus. Mit einem Tanganyicaaquarium, besetzt mit etwa acht Arten,
blieb der Veranstalter in Afrika. Das letzte Aquarium war ein Kaltwasserbecken,
welches ständig auf 14° C gekühlt wurde. Es war mit Elritzen, Phoxinus phoxinus, besetzt. Hier
mal ein kurzer Textauszug von der Aquarienbeschriftung: “..Kurzlebige Fische,
selten mehr als 5 Jahre alt…“.
Fazit: Empfehlenswerte kleine Ausstellung, schöne Fische und
gut bepflanzte Aquarien, Information für die Besucher aber mangelhaft.
Eine kurze Anmerkung des Redakteurs: Als ich durch die
Ausstellung ging hatte ich den Eindruck, dass insbesondere Wert auf die
Darstellung von Gefährdungen gelegt wurde (Krebspest, Waldrodung u.ä.) und die
Insassen der Becken „nur“ erläuterndes Beiwerk waren. Daraus könnte sich die
mangelnde Ausschilderung erklären. Ein weiterer Grund: Aquarianer sind die
Ausstellungsmacher wohl sicher nicht.
Helmstedt von Jörg Leine
Das Thema des Vereinsabends der Acara Helmstedt e.V. am 07.09.
war „Bericht über eine große Hobby-Zuchtanlage“, vorgetragen von Ralf Heidemann und Ines Kamman, den beiden „Obmännern“
(„Obfrauen“ oder „ObmännerInnen“ gibt es wohl noch nicht) der Regionalgruppe
Nord des AK BSSW.
Die vorgestellte Zuchtanlage ist aufgeteilt auf mehrere,
z.T. im Keller befindliche Räume.
Im Keller befinden sich 80 Zuchtbecken mit 5 000 l
Wasser und diverse Aufzuchtbecken. Alle größeren Becken sind mit Mattenfiltern
ausgestattet, kleinere Becken mit luftbetriebenen Schaumstoff-Filtern. Über
Nacht läuft ein mit Nachtstrom betriebener Raumlufttrockner. Geheizt wird über
eine Raumheizung. Zur besseren Raumnutzung stehen die 80er Becken mit der
Schmalseite nach vorn in den Regalen. Gezogen werden hier Buntbarsche,
Regenbogenfische, Kampffische und Lebendgebärende.
In der „Werkstatt stehen 12 Aquarien, durch Trennwände in 33
Becken aufgeteilt mit 3 000 l Gesamtinhalt. Hier werden Krebse und
Garnelen, Axolotl sowie Kaiserbuntbarsche, Panzerwelse (Scleromystax) und Schwielenwelse gezogen. Hält man Schwielenwelse,
mit Schmerlen zusammen, kann es vorkommen, dass sie (durch ihre Mitbewohner)
ihre Augen verlieren. Die blinden Tiere werden durchgängig schwarz.
Im „Großen Zuchtraum“, der immerhin 30 m lang ist,
stehen 100 Aquarien mit 20 000 l Wasser auf Holzgestellen. Hier
wurden ehemals 80 Buntbarscharten/-formen gezüchtet, inzwischen sind es
weniger, da keine ausreichende „Lobby“ mehr vorhanden ist. In jedem Becken befinden
sich Welse, meist L-Welse. Prachtschmerlen werden gegen Schnecken eingesetzt. Gezüchtet
wird jetzt „quer Beet“ u.a. auch Diskus-Buntbarsche und Fiederbartwelse. Große
Welse, z.B. L 63 fressen die Mattenfilter an. Große Luftverdichter stellen die
über getrennte Leitungen geführte Luft für Filter und Ausströmer zur Verfügung.
Der Wasserwechsel erfolgt zumindest z.T. automatisch durch Zutropfen
(30 l/Becken/Tag), der Abfluss geht in den Garten. Der Wasserstand wird
durch Toiletten-Schwimmer geregelt. In den Becken befinden sich nur Plastikpflanzen.
Über den Aquarien steht eine Reihe kleiner Plastbecken für Kampffische. Hier
tropft das Wasser auf einer Seite zu, an der anderen Seite der Reihe gelangt
das Wasser über einen Überlauf in das darunter stehende Becken.
Im Hausflur befindet sich noch ein 3 m-Becken.
Insgesamt befinden sich gegenwärtig rund 200 Becken in
Betrieb (außer den vielen kleinen Plastbecken, die „überall“ stehen); weitere
stehen in Reserve.
Laichbürsten, wie sie für Kois verwandt werden dienen als
Verstecke für die Jungen der Lebendgebärenden.
Große, 500 l fassende Regentonnen (Durchmesser
1 m) werden, mit einem Innenfilter versehen, für die Aufzucht etwa von
Skalaren eingesetzt.
Die vielen benötigten Wurzeln werden direkt aus dem Moor
geholt, wo sie bei der Torfgewinnung als Abfall anfallen. Die z.Zt. 500
Tonhöhlen wurden/werden selbst gebrannt. Für die (aufklappbaren) Schieferhöhlen
wird der Schiefer selbst geschnitten.
Für z.B. Schwerträger gibt es „Außenschwimmanlagen“. Mehrere
1000 l-Behälter dienen zum Auffangen von Regenwasser. Eine
Außenaufzuchtanlage mit 18 000 l befindet sich im Bau.
Gegen Verpilzung wird dem Wasser „sera mycopur“ zugesetzt.
Erlenzapfen gehen auch, aber das Mycopur wirkt schneller. Als Aufzuchtfutter
dienen Pantoffeltierchen, Mikro, Eipulver und Artemia. Die heranwachenden und
erwachsenen Tiere werden mit Grindal (auf Seramis® gezogen) Flocken- und
Tabletten-, Karpfen- und Forellenfutter, rohen Kartoffeln, Zucchini und
gefrosteten Kohlrabiblättern, sowie Frostfutter (dafür allein stehen 4
Gefriertruhen zur Verfügung) versorgt.
Verkauft werden die Nachzuchten z.T. auf Börsen, z.T. werden
sie an den Handel abgegeben. Gewinn wirft die Anlage (noch) nicht ab, aber sie
ist auch kein Verlustgeschäft. Modernisierungspläne etwa für Energieeinsparung
bestehen bereits.
Besuch des Erfurter Aquariums von Jörg Leine Abbildung W.-H. Leine
Am 15.09.07 besuchte ich gemeinsam mit meinem Sohn die
Sonderausstellung zum 250. Geburtstag von Johann
Matthäus Bechstein im, mit seinen gut gestalteten Dioramen auch sonst
sehenswerten, Naturkundemuseum Erfurt. In der (richtigen) Annahme, dass die
Ausstellung kein tagfüllendes Programm bieten würde, hatten wir (nach vielen
Jahren einmal wieder) einen Besuch des Aquariums, das nun mal wieder als „Aquarium
des Thüringer Zooparks Erfurt“ fungiert, eingeplant.
Die Zugehörigkeit zum Zoopark hat zumindest nicht nur
positive Seiten. So gibt es nicht einmal mehr Flyer des Aquariums.
Zooparkführer gibt es auch nicht, wäre nach Auskunft des Personals auch kaum
sinnvoll, da das Aquarium in diesen Führern praktisch nicht stattfindet.
Werbung für das Exotarium Oberhof (erfolgte früher gegenseitig in Form von
Flyern) ist auch nicht mehr gestattet. Ich hatte den Eindruck, dass man schon
froh sein muss, dass das Aquarium überhaupt noch existiert – aber das kann auch
täuschen.
Der Teich in der Außenanlage wird von Kois, Karpfen und
Stören (Art?) bewohnt. Die Störe waren nur bei Sonneneinfall und der dadurch
möglichen Sicht bis auf den Teichgrund zu sehen. Eine Beschilderung haben wir
nicht gefunden.
Von den sechs Außengehegen waren vier
besetzt. Hier lebten Rothörnchen (Tamiasciurus
hudsonicus (Erxleben, 1777)),
ein hübscher, etwas kleinerer in Nordamerika weit verbreiteter Verwandter
unseres Eichhörnchens; Lisztäffchen (Sanguinus
oedipus (Linnaeus, 1758));
Vierzehenschildkröten sowie Griechische und Maurische Landschildkröten (Testudo horsfieldii Gray, 1844 (die Art, lange Zeit einmal
in der Gattung Agrionemys geführt,
wird heute (meist) wieder zu Testudo
gestellt); Testudo hermanni Gmelin, 1789 und Testudo graeca Linnaeus,
1758) und schließlich Physignathus
cocincinus Cuvier, 1829, die
von Südchina bis Vietnam vorkommende Grüne Wasseragame in schönen großen
Tieren. |
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Nun ist der Ausdruck „Riffbecken“ so eine Sache. Es handelt
sich um einen großen Wasserkörper mit sehr viel Schwimmraum und einigen
Steinaufbauten. Keine Korallen (auch keine künstlichen), keine Seeanemonen oder
sonstige Wirbellose sondern nur Fische in vielen Arten. Das mag ja angehen,
wenn man nicht auch mindestens eine Amphiprion-Art
eingesetzt hätte (ohne Symbiose-Anemone) und Pterois volitans Linnaeus,
1758, die sich natürlicherweise nicht im Freiwasser aufhalten. Dann reibt man sich
die Augen, denn neben Fledermausfischen (Platax
teira (Forsskål, 1775)), die
in einer Ecke stehend einen etwas verängstigten Eindruck machten, schwimmt eine
größere Gruppe Monodactylus argenteus
(Linnaeus, 1758), Fische, die man
gedanklich eigentlich immer dem Brackwasser zuordnet. In Wirklichkeit handelt
es sich aber um Meerwasserbewohner, die in Brack- sowie z.T. auch in Süßwasser
eindringen. Auf die weitere Besetzung des Beckens soll hier nicht näher
eingegangen werden.
Mehr oder weniger als Auflistung einige Fischarten, die in
den anderen Aquarien gehalten werden.
Lanaosee-Barbe: Eine wissenschaftlich noch nicht
beschriebene hübsche aber leider ziemlich groß werdende Barbenart aus dem
Lanaosee auf der Insel Mindanao. Die Tiere wurden dem Erfurter Aquarium 1995
von Heiko Bleher übergeben, der
sie selbst gefangen hatte. 2000 erfolgte die Welterstnachzucht. Nach Angaben
des Aquariums handelt es sich um die einzigen Tiere dieser Art in Europa.
Leporinus fasciatus
(Bloch, 1794), Leporinus desmotes Fowler, 1914 und Leporinus arcus Eigenmann,
1912 waren in jeweils mehreren schönen großen Exemplaren vertreten. Das Gleiche
gilt für Anostomus anostomus (Linnaeus, 1758), Anostomus ternetzi Fernández-Yépez,
1949 und Anostomus taeniatus (Kner, 1858) (heute in die Gattung Laemolyta gestellt).
In einem Seewasserbecken tummelten sich drei Muränenarten: Gymnothorax undulatus Lacepède, 1803; Gymnothorax fimbriatus (Bennett,
1832 und Gymnothorax kidako (Temminck & Schlegel, 1846). Die
Verstecke waren so gestaltet, dass man alle drei Arten gut, wenn auch nicht
vollständig, sehen konnte.
Polypterus
ornatipinnis Boulenger, 1902, Polypterus senegalensis Cuvier, 1829 und Erpetoichthys calabaricus Smith,
1865 bewohnten gemeinsam ein Becken.
Ein großes Pärchen Tilapia
mariae Boulenger, 1899 führte
etwa einen Zentimeter große Jungtiere und beanspruchte mehr als das halbe
Aquarium für sich. Die Mitbewohner, u.a. Vertreter mehrerer Synodontis-Arten „drängelten“ sich um
ein paar Versteckplätze. Aber nicht nur die Mitbewohner wurden in die Schranken
gewiesen, auch der Besucher, der sich mit Gesicht oder Finger „den Jungen
näherte“ wurde attackiert.
Andere, mehr oder weniger bemerkenswerte Arten waren etwa
halbwüchsige Panaque nigrolineatus (Peters, 1877); Myleus rubripinnis (Müller
& Troschel, 1844), schöne Tiere mit ihrem silbernen Körper und dem
intensiv rot gefärbten, vergrößerten vorderen Teil der Anale – aber bepflanzen
kann man ihr Aquarium nicht.; Danio
choprae Hora, 1928; Trigonostigma espei (Meinken, 1967); Apareiodon spec. (Bodensalmler Südamerikas); Puntius gelius (Hamilton,
1822) – geführt als Puntius canius,
ein Junior-Synonym -; Puntius microps (Günther, 1868), Boraras brigittae (Vogt,
1978), Boraras maculatus (Duncker, 1904) und sowohl in dem
größeren Becken, das den Abschluss des kleinen Gangs bildet (ein
Seewasserbecken, das, schön eingerichtet, mit seinen vielen Weichtieren den
Namen Riffbecken viel eher verdient als das neue Großbecken) als auch im
„Riffbecken“ Gomphosus varius Lacepède, 1801, den Vogellippfisch –
tolle Tiere mit ihrer mit ihrer dunkelgrünen Färbung und der Namengebenden
stark verlängerten Schnauze.
Der Gesamteindruck ist durchaus geteilt. Einerseits sind
(fast) alle Becken gut bis sehr gut eingerichtet, meist bepflanzt (z.T. mit
Kunstpflanzen, wenn echte nur das Nahrungsspektrum der Insassen bereichern
würden) und sauber – Algen sind kaum einmal sichtbar, was zumindest auch daran
liegt, dass in alle Aquarien, in denen das einigermaßen ging, Harnischwelse
eingesetzt wurden. Das Artenspektrum ist sehr breit und die Tiere befinden sich
durchweg in einem guten Zustand. Auf einer kleinen Tafel entschuldigt sich das
Personal für die z.T. etwas zerkratzten Scheiben (eine Tatsache, die mir gar
nicht so aufgefallen ist), sie seien z.T. über 50 Jahre alt und könnten nur
nach und nach ausgetauscht werden. Andererseits lässt die Beschilderung stark
zu wünschen übrig. Ist sie an den Becken der Eingangshalle durchaus noch zufrieden
stellend (etwa Abbildung der Tiere, Gattungs- und Artname), so ist sie an den
kleinen Aquarien des anschließenden Ganges völlig unzureichend. Dort besteht
die Beschriftung aus einer groben Angabe der Heimat der Fische (z.B.
Südostasien, Amazonasgebiet) und einer Auflistung der Arten mit einem deutschen
Namen und einem wissenschaftlichen, der immer wie folgt aussieht: R. hetromorpha, B. microps, B. brigittae, B. choprae, B. sidthimunki (übrigens in
mehreren schönen großen Exemplaren,) usw., mehr nicht. Mein Sohn meinte: Da
findet sich doch keiner zurecht, der nicht selbst Aquarianer ist. Aber auch die
finden sich nur zurecht, wenn sie die Tiere kennen oder per Ausschlussprinzip
die letzte verbleibende Art identifizieren können. Noch etwas stört mich immer
wieder: Es kann nicht angehen, dass der Besucher „besser“ in der Nomenklatur
„bewandert“ ist als eine öffentliche, wissenschaftlich geleitete Tierhaltung
(und das ist das Aquarium spätestens, seitdem es dem Zoo angehört). Dabei geht
es mir nicht um „sehr neue Namen“ wie Yasuhikotakia
oder Chromobotia – aber Triginostigma könnte man schon schreiben
und dass alle „Barben“, „Bärblinge“ usw. in die Gattung Barbus gestellt werden ist wirklich kaum vertretbar. Die, wenn ich
mich recht entsinne, einzige Art, die in der Gattung Puntius geführt wird ist Puntius
canius (Hamilton, 1922) – aber
das ist ein Synonym s.o. (übrigens: kenn den Namen jemand?).
Trotzdem, wer in Erfurt weilt sollte mal wieder
vorbeischauen. Der „Besucheransturm“ hält sich stark in Grenzen. Man kann nur
hoffen, dass der Zoo diese Einrichtung nicht eines Tages schließt – dann wären
die 100 000 Aufbaustunden letztlich umsonst gewesen (die Tafel neben dem
Eingang existiert noch – noch hat sich niemand am „Nationalen Aufbauwerk“ der
DDR gestört).
2. Große Aquaristikausstellung Dresden Jörg Leine Abbildung W.-H. Leine
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Vom 15.09. bis 06.10. findet in Dresden-Felsenkeller
Am Eiswurmlager 1 nach der Ausstellung 2005 bereits die zweite große Aquarien-
und Terrarienausstellung statt (geöffnet täglich von 10:00 bis 19:00 Uhr). Sie
wird veranstaltet von den beiden Dresdener Vereinen: „Wasserrose“ Dresden e.V.
und „Kampffisch“ Dresden e.V.. Endgültig abgeschlossen wird die Ausstellung am
„07.10.2007 - 14 bis 17 Uhr“ mit einer „großen Verkaufsbörse |
An den Wänden der Treppe zum Ausstellungskeller hingen
diesmal die bekannten Fischposter des Bede-Verlags.
Im Vorraum stand unter anderem ein gut eingerichtetes
Seewasserbecken, ausgestellt von einem Händler Dresdens (das einzige
Meerwasseraquarium der Ausstellung).
Betritt man den Ausstellungsteil, stehen auf einer Seite die
beiden historischen Becken und dazwischen eine Vitrine mit antiquarischer
Literatur und Technik. Auf der anderen Seite wird man von einem zum Verkauf
stehenden großen Aquarium begrüßt, dessen Bepflanzung die Regionalgruppe
Sachsen des AK Wasserpflanzen übernommen hatte. Besetzt ist das Becken mit
einer großen Gruppe Priapella olmecae
Meyer & Espinosa Pérez, 1990 –
ein toller Anblick. Steht man eine Weile vor dem Becken, sieht man „außer den
Fischen“ noch sehr kleine leuchtende Punkte – mehr nicht. Erst wenn man genauer
hinsieht erkennt man die „an den Leuchtpunkten hängenden“ (± neu geborenen)
Jungfische.
Es folgen 11 kleinere Becken mit Zuchtformen von
Lebendgebärenden (Xiphophorus hellerii Heckel, 1848; Xiphophorus maculatus (Günther,
1866); Poecilia sphenops Valenciennes, 1846; Poecilia reticulata Peters, 1859;
dazwischen schöne Xiphophorus variatus (Meek, 1904) und gegenüber eine
tolle große Gruppe Phalloceros caudimaculatus (Hensel, 1868)). In einem der „modernen“
Kleinbecken schwammen Xiphophorus pygmaeus
Hubbs & Gordon, 1943.
Ebenfalls in solch kleinen Becken wurden Herterandria
formosa Girard (ex Agassiz), 1859 und Elassoma evergladei Jordan, 1884 präsentiert. Letztere
waren in dem dicht bepflanzten Becken allerdings kaum sichtbar.
Ein Aquarium wurde von Hyphessobrycon
bentosi bentosi „White Fin“ aus dem Rio Oyapok und Apistogramma spec. „Schwarzkinn“ bevölkert. In einem anderen,
allerdings nicht unmittelbar benachbarten Becken schwammen „normale“ Hyphessobrycon bentosi bentosi Durbin, 1908 (die Unterart ist
allerdings eingezogen). So konnte man beide „Formen“ miteinander vergleichen.
Ich fand die „White Fin“ attraktiver.
Von einem 11jährigen Vereinsmitglied wurden ein Schwarm
halbwüchsiger Phenacogrammus interruptus (Boulenger, 1899) und Pelvicachromis
taeniatus (Boulenger, 1901) „Boandewori“
ausgestellt.
Dann kam, am Ende des ersten Ausstellungsganges (und im
zweiten Gang) ein besonderes Schmankerl, eine größere Sammlung von
„Kaltwasserfischen“: Pseudophoxinus
stymphalicus (Valenciennes, 1844),
eine Elritze aus Griechenland; Leucaspius
delineatus (Heckel, 1843),
unser Moderlieschen; Padogobius bonelli
(Bonaparte, 1846), die in Fließgewässern
und Seen Norditaliens und Dalmatiens lebende Panizza-Grundel (die Angabe Südfrankreich
auf dem Schild beruht möglicherweise auf einem Irrtum); Gobio gobio (Linnaeus, 1758),
unser einheimischer Gründling; Gasterosteus
aculeatus Linnaeus, 1758,
der Dreistachlige Stichling; Pungitius
pungitius (Linnaeus, 1758),
der Neunstachlige Stichling; Tinca tinca
(Linnaeus, 1758), die Schleie
- Fisch des Jahres 2007 -; Perca fluviatilis Linnaeus, 1758, der Flußbarsch; Rutilus rutilus (Linnaeus, 1758), die Plötze; Rhodeus amarus (Bloch, 1782),
unser Bitterling; Salvelinus fontinalis
(Mitchell, 1814), der eigentlich
nordamerikanische, bei uns aber eingebürgerte, Bachsaibling; Salmo trutta fario Linnaeus, 1758, die einheimische
Bachforelle und Oncorhynchus mykiss (Walbaum, 1792), die Regenbogenforelle
Nordamerikas.
Und was gibt es sonst zu sehen? – Hier eine Auswahl:
Trichopsis schalleri Ladiges, 1962; Betta smaragdina Ladiges,
1972; 1,1 große Aequidens rivulatus (Günther, 1860), das Männchen mit
beginnendem Wachstum des Stirnbuckels zusammen mit Thorichthys meeki Brind, 1918
und Herichthys carpintis (Jordan & Snyder, 1899; Uaru amphiacanthoides Heckel, 1840; Chromobotia macracanthus (Bleeker, 1882):
6 mittelgroße Tiere zusammen mit mehreren Cichlidenarten (u.a. große intensiv rote
Astronotus ocellatus (Agassiz, 1831)) ohne ausreichende
Deckung, so dass sie hinter dem Innenfilter Schutz suchten;
oder – wer kennt afrikanische Labyrinther? – hier kann er
eine ganze Reihe kennen lernen: Ctenopoma
acutirostre Pellegrin, 1899;
Ctenopoma kingsleyae Günther, 1896; Ctenopoma petherici Günther, 1864;
Ctenopoma weeksii Boulenger, 1896; Ctenopoma muriei (Boulenger, 1906); Microctenopoma ansorgii (Boulenger,
1912); Microctenopoma damasi (Poll & Damas, 1939) sowie Microctenopoma fasciolatum (Boulenger, 1899);
und für die Fans von Killifischen: Scriptaphyosemion cauveti (Romand & Ozouf-Co-staz, 1995)
„GRCH 93/238“; Nothobranchius foerschi
Wildekamp & Berkenkamp, 1979;
Nothobranchius rachovi Ahl, 1926; Nothobranchius korthausae Meinken,
1973; Fundulopanchax moensis (Radda,
1970); Fundulopanchax gardneri
(Boulenger, 1911); Aphyosemion australe
(Rachow, 1921); Aphyosemion ogoense (Pellegrin, 1930); Simpson-ichthys constanciae (Myers, 1942); Simpsonichthys whitei (Myers,
1942), heute in die Gattung Nematolebias
Costa, 1998 (als Typusart)
gestellt; Austrolebias nigripinnis (Regan, 1912); Rivulus cylindraceus Poey,
1860 und schließlich Epiplatys
sexfasciatus togolensis Loiselle, 1971
„Nigerdelta“
Der AV Hoyerwerda steuerte zwei Becken mit (auch hier
„Barbus“ genannt) Puntius tetrazona (Bleeker, 1855); Puntius semifasciolatus (Günther,
1868) (als Barbus schuberti) Puntius conchonius
(Hamilton, 1822) sowie einer Art
der Victoriasee-Buntbarsche, deren Identität mir nicht klar ist, bei.
Die DCG war auch vertreten, zumindest befand sich ihr Logo
an einem Aquarium mit einer Tropheus
Variante.
In den Terrarien wurden Boa
constrictor Linnaeus, 1758, Python molurus Kuhl, 1820 (ein Albino), Physignathus
concincinus Cuvier, 1829 und
Bartagamen, bei der Art möchte ich mich nicht festlegen, es waren keine
besonders großen Tiere mit Jungtieren unterschiedlichen Alters in einem viel zu
kleinen Terrarium, gezeigt.
Ein kleiner Stand der Deutschen Kakteengesellschaft beendete
den Rundgang.
Die Beschilderung war an allen Becken einheitlich – einfach,
aber aufwendig: Es waren kleine Schildchen gedruckt worden auf denen links ein
Aquarium mit Amphore zu sehen war, das auch einen Teil des oberen Randes
einnahm. Oben rechts waren die Logos der beiden Vereine eingearbeitet (beides
in Farbe). Den größten Teil nahm ein weißes Feld ein, in dessen oberen Teil der
Name des Ausstellers stand und im unteren Teil fand man den wissenschaftlichen
Namen (Schreibfehler und „nomenklatorische Ungenauigkeiten“ inbegriffen), den
deutschen Namen und das Heimatgebiet der ausgestellten Art.
Der Aufbau der Ausstellung hat, wie das bei so großen
Veranstaltungen so ist, viel Engagement erfordert. So sagte mir der (am 16.09.
noch) Stellvertretende Vorsitzende des Bezirks 05 - Ostsachsen, dass
er für den Aufbau der Ausstellung eine Woche Urlaub genommen hatte. Dieser
persönliche Aufwand, der auch in Dresden nur von vergleichsweise wenigen Vereinsmitgliedern
investiert wird, ist auch der Grund dafür, dass die nächste Ausstellung nicht
in zwei sondern eher erst in drei Jahren stattfinden wird.
Trotzdem war noch nicht alles fertig geworden. In dieser
Hinsicht „glänzten“ die Terrarianer wie bereits bei der vergangenen Ausstellung
besonders. Die vorgesehenen (Wasser- und/oder Sumpf-)Schildkröten waren am
zweiten Ausstellungstag noch nicht da, lediglich den leeren Wasserkasten konnte
man „bewundern“. Grund: Der Aussteller ist im Urlaub. An den Terrarien fehlte
jegliche Beschilderung – Grund: die Schilder wurden zwar versprochen, aber
nicht angefertigt. Bemerkung des Stellvertretenden Bezirksvorsitzenden
sinngemäß: Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir gar keine Terrarien
ausgestellt.
Bei 4,00 Euro Eintritt (Ermäßigungsberechtigte zahlen
natürlich weniger) gibt es auch Interessenten, die an der Kasse den Rückzug
antreten. Aber zu viel sind diese vier Euro nach meiner Meinung keinesfalls.
Noch eine bemerkenswerte Initiative ganz am Schluss: Neben
dem Gästebuch lag eine Unterschriftenliste, auf der man gegen die Pläne des Berliner Tierschutzbeauftragten L Ü D C K E ein Importverbot
für Wildtiere zu erlassen protestieren
konnte. (Zur Nachahmung empfohlen – etwa auf Börsen – meint der Redakteur.)