Berichte über von Vereinsmitgliedern besuchte Veranstaltungen usw.

Reiseberichte - VDA-Kongreß in Erlangen (Teil 5)      von Jörg Leine Abbildung H.-J. Ende

Vivarianer halten sich gern in den Heimatländern ihrer Pfleglinge auf um ihre Biotope, ihre Lebensweise und, wenn möglich, ihre Fortpflanzung kennen zu lernen. Interessant ist es immer (für den Einen mehr, für den Anderen weniger), wenn die auf solchen Reisen gewonnenen Eindrücke in Vorträgen weiter vermittelt werden.
Der letzte Kongresstag war zwei solchen Vorträgen vorbehalten, wohl auch, um die vom Festball noch nicht ganz genesenen Hirne nicht gar zu sehr zu überlasten.
Den Anfang machte Dr. Stefan HETZ aus Berlin mit: Herpetologische Eindrücke aus dem südlichen Afrika
Der ausgedruckte Titel des Vortrages war nicht so ganz ernst zu nehmen. Wir wurden nach Botswana, in die Südafrikanische Republik und auf die Insel Madagaskar geführt – und Fische gab es auch zu sehen.
Im Norden Botswanas im Rio Chobe, einem Grenzfluss zu Namibia im Bereich des Caprivizipfels wurden
Hydrocynus vittatus Castelnau, 1861, ein Salmler dessen Typuslokalität, der Lake N´gami, etwa 230 km südlich am Rande des Okavango-Basins liegt und Hepsetus odoe (Bloch, 1794), ein Raubsalmler gefangen.
Aus dem Krüger-Park sahen wir u.a. Giraffen, die voller Zecken waren und Elefanten. Terraristisch gab es Riedfrösche (
Hyperolius-Arten) zu sehen. Diese Tiere rufen so laut, dass die Schmerzgrenze (für den Menschen) erreicht wird.

Aus Zululand wurden uns Vertreter der Gattungen Chiromantis, (Frösche, die Schaumnester bauen) und Breviceps (Diese Frösche leben fast ständig unterirdisch in Selbstgegrabenen Gängen und Erdhöhlen, in denen sie sich auch paaren. Die Weibchen legen dann wenige große Eier unter Steinen oder in Erdlöchern ab, aus denen fertig entwickelte Frösche schlüpfen. Sie fressen Würmer, Ameisen und Termiten. Gewässer werden von den Tieren nie aufgesucht.) gezeigt. Außerdem sahen wir Bilder vom „Seerosen-Riedfrosch“ Hyperolius pusillus (Cope, 1862), der seine Eier zwischen Seerosenblättern oder auch zwischen Pistiablättern ablegt.
Damit verließen wir im Vortrag Afrika und begaben uns nach Madagaskar. Zunächst sahen wir
Crinum firmifolium Baker, eine im Wasser stehende Hakenlilie, an deren
Blättern
Mantidactylus-Arten (eine Gattung der Ruderfrösche – Rhacophoridae) laichen. Die Larven werden dann vom Regen in das Gewässer gespült. Mantidactylus liber (Peracca, 1893) sind kleine Frösche, bei denen es keinen Amplexus gibt. Die Männchen schieben sich von vorn auf den Rücken des Weibchens. Paradoxophyla palmata (Guibé, 1974) sind mittelgroße Frösche. Die Rufe der Männchen erinnern an Zirpen von Grillen. Die Weibchen legen die Eier als „Film“ auf die Wasseroberfläche. Die maximal 2,6 cm langen über den Wasserpflanzen schwimmenden Larven sehen wie „fliegende Untertassen“ aus. Sie sind Filtrierer.
Die Madagaskar-Boa
Sanzinia madagascariensis Gray, 1849, eine Reihe von Chamäleon-Arten und Blattschwanzgeckos (Uroplatus) repräsentierten die Reptilienfauna Madagaskars. 


Konzentration kann ja soooo schwer fallen – man fühlt förmlich mit! 

Den zweiten Reisebericht hörten wir von Frau Dr. Helga Dietrich aus Jena:  Borneo – Im Land der Orang Utans, Orchideen und der größten Blüte der Welt
Frau Dietrich ist Botanikerin, ehemalige Mitarbeiterin des Botanischen Gartens Jena, und so war der Vortrag auch weitgehend botanisch geprägt. Sie hatte das zu Malaysia gehörende Sarawak besucht, ein zum größten Teil noch unberührtes Gebiet der Insel.
„Ureinwohner“ sind (u.a.) die Ibans, ein Zweig der Dayak. Bei diesem Volk war es noch bis zum Zweiten Weltkrieg üblich, dass ein junger Mann seinen künftigen Schwiegereltern vor der Hochzeit den abgeschlagenen Kopf eines Menschen brachte (wohl um seine Eignung als Krieger zu beweisen). Die Köpfe hängen jetzt noch in den aus (relativ termitenfestem) Palmholz gebauten Hütten. Heute dienen Orang Utans möglicherweise als Ersatz. (Zumindest hingen relativ frische Schädel junger Orangs in einem Haus.) Die kleinen drahtigen Menschen tragen meist Tätowierungen. Diese Tätowierungen sind ein Zeichen der gesellschaftlichen Stellung des Trägers, je höher die Stellung, desto mehr Tätowierungen. Sie wohnen in reich mit Schnitzereien verzierten Langhäusern mit einer großen Gemeinschaftshalle, hinter der sich die Privatgemächer befinden. Von den kleinen Völkern werden noch die ursprünglichen Götter verehrt, sonst herrscht der Islam (das heißt auch: „es gibt kein Bier“).
Wirtschaftlich spielt der Ölpalmenanbau (
Elaeis guineensis Jacquin) die größte Rolle. Sarawak ist der größte Produzent und Exporteur der Welt. Daneben gibt es kleine Kakao- (Theobroma cacao Linnaeus) und Pfefferkulturen (Piper nigrum Linnaeus). Auch Betelpalmen (Areca catechu Linnaeus) werden angebaut und genutzt.
Palmkäferlarven (Engerlinge) gelten als Aphrodisiakum. Den (lebenden) Tieren wird der Kopf abgebissen und dann werden sie ausgesaugt. – Amor Hilf! -
Es gibt auf Borneo rund 11 000 Pflanzenarten (zum Vergleich: in Mitteleuropa sind es 3200!). Hier nur eine Auswahl der vorgestellten Arten aus dem sehr langen Vortrag:
Cyrtostachys renda Blume, die Siegellackpalme ist eine sehr attraktive Palmenart mit schönem, intensiv roten Stamm. Die auf Borneo endemische Bauhinia bidentata Jack, eine Leguminose (Hülsenfrüchtler), ist eine Kletterpflanze mit schönen gelblich bis orangenen Blütenständen. Sehr gut wachsen bei der hohen Luftfeuchtigkeit und den hohen Temperaturen die Heliconia-Arten (die über 100 Arten umfassende Gattung ist im tropischen Amerika und in Ozeanien beheimatet), die sich ja auch bei uns als Schnittblumen größerer Beliebtheit erfreuen.
Vertreter der Vandiinae (ein Subtribus innerhalb der Orchideen-Unterfamilie Epidendroideae) werden zahlreich gezüchtet und gehalten. Für europäische Verhältnisse sind sie aber weniger geeignet.
Cymbidium-Arten, deren Zuchtformen bei uns in keinem Baumarkt fehlen, wachsen nur in den kühlen Bergregionen. Blätter von Coelogyne-Arten waren mit Lebermoosen überwachsen, Epiphyten gibt es halt überall.
Die zu den Malvenartigen gehörenden Flügelnussgewächse (
Dipterocarpaceae) sind mit riesigen, bis 60 m hohen Bäumen vertreten, die auch heute noch zum Bau von Einbäumen genutzt werden.
Unterhalb von Wasserfällen kann es zu Schaumbildungen kommen. Ursache sind Seifenbaumgewächse – Sapindaceae (zu denen u. a. die Kastanien, der Litschibaum (
Litchi chinensis Sonn) und der Waschnussbaum (Sapindus mukorossi Gaertner), dessen Früchte als Waschmittel genutzt werden, gehören) – die beim Verrotten Saponine freisetzen. Eine Besonderheit ist die so genannte Laubausschüttung. Innerhalb von Stunden werden zahlreiche neue Blätter gebildet, die, zunächst ohne Chlorophyll, weißlich bis rötlich aussehen. Erst innerhalb mehrerer Tage bilden sich das Chlorophyll (sowie die Saponine und Alkaloide).
Die Wälder sind reich an Edelhölzern und Farnen (sowohl epiphytisch, als auch am Boden wachsend). Eine Farnart wird als Gemüse genutzt.
Auf Borneo leben über 600 valide Taubenarten. Die bekanntesten und größten, die Kronentauben sind recht selten und nur im dunklen Urwald zu finden. Auf einem Bild war einer der sehr seltenen Sunda Gaviale (
Tomistoma schlegelii (Müller, 1838) mehr zu ahnen als zu sehen.
Der Bako Nationalpark, der kleinste und älteste Nationalpark, ist nur über das Meer zu erreichen. An der gesamten Küste stehen Mangrove-Wälder. Im Nationalpark wachsen zahlreiche
Nepenthes-Arten (Kannenpflanzen). Nepenthes gracilis Korthals überzieht ganze Bäume, Nepenthes ampullaria Jack wächst ausschließlich terrestrisch, Nepenthes rafflesiana Jack bildet die größten Kannen aller Kannenpflanzen. Sie enthalten bis zu 1 l Flüssigkeit. 80% aller Opfer sind Ameisen.
Die Makaken des Nationalparks dringen bis in die Hütten vor. Die größere Gefahr geht aber nicht von ihnen und den zahlreichen Moskitos aus, sondern von fallenden Kokosnüssen. Selbst tödliche Unfälle sind durch diese Früchte schon verursacht worden.
Bei der Gattung
Myrmecodia liegt eine echte Symbiose mit Ameisen vor: Die Pflanzen bieten den Ameisen Unterkunft, diese schützen ihren Wirt vor Blattschneiderameisen und liefern gleichzeitig noch Dünger.
Den Abschluss des Vortrages bildete
Rafflesia arnoldii R. Brown, die wie ihre Verwandten ein Vollschmarotzer ist. Wirtspflanze ist eine Art der Gattung Tetrastigma, einem lianenbildenden Weingewächs. Darin wächst die zweihäusige Rafflesia myzelartig. Nur die Blüten sind außerhalb des Wirtes zu sehen. Auf einigen Bildern konnten wir die Blütenentwicklung, die neun Monate dauert, sehen. Die Blüten erreichen einen Durchmesser von 70 cm bis 1 m und verströmen einen intensiven Aasgeruch. Sie enthalten etwas Nektar. Der Pollen der männlichen Blüten tropft auf die angelockten Aasfliegen. Er ist sehr lange haltbar, was einfach deshalb erforderlich ist, weil die Pflanzen nicht sehr häufig sind.

Damit sind der diesjährige VDA-Kongreß und die Berichterstattung darüber beendet. Wir freuen uns schon auf das kommende Jahr, wenn der Kongress, veranstaltet vom Bezirk 21 Rhein-Ruhr in der Hansestadt Soest stattfindet.

Aquarienausstellung im Saalecenter am Rennbahnring    Hans-Jürgen Ende

Vom 3. bis 20. September wurde im Saalecenter eine Aquarienausstellung im Rahmen der Öffnungszeiten des Center angeboten. Veranstalter war ein Schweizer Insektenforscher und Naturschützer, Christian Schweizer.
Unter dem Titel „Faszination Süßwasser“ waren auf zwei Etagen 10 Aquarien aufgestellt, unten sechs und oben vier. In 14 000 Litern Wasser sollten über 1000 Fische schwimmen. Am Haupteingang sah der Besucher gleich ein Brackwasseraquarium, besetzt mit mehreren Arten von Fischen. Und da ging das Dilemma auch gleich los. Es waren zwar Erläuterungen zum Lebensraum der Fische gegeben, aber welche Fische sich im Aquarium befanden, wurde schamhaft verschwiegen. Dieser Mangel zeigte sich an fast allen Aquarien. Lediglich, wenn die Becken nur mit einer Art besetzt waren, konnte man sich über den Besatz informieren. Auch die Bilder, welche auf der Verkleidung aufgezogen waren, waren teilweise unscharf.


Oben: Das Brackwasserbecken 
Rechts: Die Erläuterungen zu den Becken waren, etwas unglücklich, an den Seiten- und Rückfronten angebracht 

In erste Süßwasserbecken war ein Schwarm Piranhas eingesetzt, herrliche Tiere. Überhaupt war der Fischbesatz und teilweise die Bepflanzung gut bis hervorragend. Das folgende Aquarium war als Asienaquarium gestaltet und mit Puntius denisonii, Blauscherengarnelen, Macrobrachium ssp, Ancistrus (sind die jetzt auch schon in Asien heimisch) und Glossolepis incius, Lachsroten Regenbogenfischen, besetzt. Danach konnte im nächsten Aquarium eine tolle Gruppe Sumatrabarben, Puntius tetrazona, bewundert werden. Darinnen wurden auch ein oder mehrere Rote Amerikanische Sumpfkrebse, Procambarus clarkii, gezeigt. Diese Tiere sollen, lt. Beschilderung schon vor 1880 von Aquarianern in Europa eingeschleppt worden sein. Weiter ging es nach Südamerika. Ein toller Schwarm von Roten Neons, Paracheirodon axelrodi, war zu bewundern. Warum nun aber die Roten Phantomsalmler, Megalamphodus sweglesi, und die Maronibuntbarsche, Cleithracara maroni, nicht ausgeschildert waren, weiß nur der Veranstalter. Das nächste Aquarium führte uns nach Mittelamerika. Mollys, Platys der verschiedensten Zuchtformen und Guppys tummelten sich im Aquarium.

 Das Aquarium mit den Pfauenaugenbuntbarschen; in dem über dem Becken angebrachten  Rechteck ist eine Weltkarte abgebildet, auf der das Heimatgebiet der Art markiert ist und ein häufig schon verblichenes Farbfoto mit dem Artnamen, der aber auch schon mal Platy xiphophorus ssp. lauten kann (gemeint sind Zuchtformen).

Das Becken für die Kongosalmler mit durchaus ansprechender Bepflanzung  

Weiter ging es in der ersten Etage. Links der Treppe stand ein Aquarium mit einem großen Paar Pfauenaugenbuntbarschen, Astronotus ocellatus. Rechts war ein Aquarium, besetzt mit Kongosalmlern, Phenacogrammus interruptus. Mit einem Tanganyicaaquarium, besetzt mit etwa acht Arten, blieb der Veranstalter in Afrika. Das letzte Aquarium war ein Kaltwasserbecken, welches ständig auf 14° C gekühlt wurde. Es war mit Elritzen, Phoxinus phoxinus, besetzt. Hier mal ein kurzer Textauszug von der Aquarienbeschriftung: “..Kurzlebige Fische, selten mehr als 5 Jahre alt…“.
Fazit: Empfehlenswerte kleine Ausstellung, schöne Fische und gut bepflanzte Aquarien, Information für die Besucher aber mangelhaft.
Eine kurze Anmerkung des Redakteurs: Als ich durch die Ausstellung ging hatte ich den Eindruck, dass insbesondere Wert auf die Darstellung von Gefährdungen gelegt wurde (Krebspest, Waldrodung u.ä.) und die Insassen der Becken „nur“ erläuterndes Beiwerk waren. Daraus könnte sich die mangelnde Ausschilderung erklären. Ein weiterer Grund: Aquarianer sind die Ausstellungsmacher wohl sicher nicht.

Helmstedt     von Jörg Leine

Das Thema des Vereinsabends der Acara Helmstedt e.V. am 07.09. war „Bericht über eine große Hobby-Zuchtanlage“, vorgetragen von Ralf Heidemann und Ines Kamman, den beiden „Obmännern“ („Obfrauen“ oder „ObmännerInnen“ gibt es wohl noch nicht) der Regionalgruppe Nord des AK BSSW.
Die vorgestellte Zuchtanlage ist aufgeteilt auf mehrere, z.T. im Keller befindliche Räume.
Im Keller befinden sich 80 Zuchtbecken mit 5 000 l Wasser und diverse Aufzuchtbecken. Alle größeren Becken sind mit Mattenfiltern ausgestattet, kleinere Becken mit luftbetriebenen Schaumstoff-Filtern. Über Nacht läuft ein mit Nachtstrom betriebener Raumlufttrockner. Geheizt wird über eine Raumheizung. Zur besseren Raumnutzung stehen die 80er Becken mit der Schmalseite nach vorn in den Regalen. Gezogen werden hier Buntbarsche, Regenbogenfische, Kampffische und Lebendgebärende.
In der „Werkstatt stehen 12 Aquarien, durch Trennwände in 33 Becken aufgeteilt mit 3 000 l Gesamtinhalt. Hier werden Krebse und Garnelen, Axolotl sowie Kaiserbuntbarsche, Panzerwelse (
Scleromystax) und Schwielenwelse gezogen. Hält man Schwielenwelse, mit Schmerlen zusammen, kann es vorkommen, dass sie (durch ihre Mitbewohner) ihre Augen verlieren. Die blinden Tiere werden durchgängig schwarz.
Im „Großen Zuchtraum“, der immerhin 30 m lang ist, stehen 100 Aquarien mit 20 000 l Wasser auf Holzgestellen. Hier wurden ehemals 80 Buntbarscharten/-formen gezüchtet, inzwischen sind es weniger, da keine ausreichende „Lobby“ mehr vorhanden ist. In jedem Becken befinden sich Welse, meist L-Welse. Prachtschmerlen werden gegen Schnecken eingesetzt. Gezüchtet wird jetzt „quer Beet“ u.a. auch Diskus-Buntbarsche und Fiederbartwelse. Große Welse, z.B. L 63 fressen die Mattenfilter an. Große Luftverdichter stellen die über getrennte Leitungen geführte Luft für Filter und Ausströmer zur Verfügung. Der Wasserwechsel erfolgt zumindest z.T. automatisch durch Zutropfen (30 l/Becken/Tag), der Abfluss geht in den Garten. Der Wasserstand wird durch Toiletten-Schwimmer geregelt. In den Becken befinden sich nur Plastikpflanzen. Über den Aquarien steht eine Reihe kleiner Plastbecken für Kampffische. Hier tropft das Wasser auf einer Seite zu, an der anderen Seite der Reihe gelangt das Wasser über einen Überlauf in das darunter stehende Becken.
Im Hausflur befindet sich noch ein 3 m-Becken.
Insgesamt befinden sich gegenwärtig rund 200 Becken in Betrieb (außer den vielen kleinen Plastbecken, die „überall“ stehen); weitere stehen in Reserve.
Laichbürsten, wie sie für Kois verwandt werden dienen als Verstecke für die Jungen der Lebendgebärenden.
Große, 500 l fassende Regentonnen (Durchmesser 1 m) werden, mit einem Innenfilter versehen, für die Aufzucht etwa von Skalaren eingesetzt.
Die vielen benötigten Wurzeln werden direkt aus dem Moor geholt, wo sie bei der Torfgewinnung als Abfall anfallen. Die z.Zt. 500 Tonhöhlen wurden/werden selbst gebrannt. Für die (aufklappbaren) Schieferhöhlen wird der Schiefer selbst geschnitten.
Für z.B. Schwerträger gibt es „Außenschwimmanlagen“. Mehrere 1000 l-Behälter dienen zum Auffangen von Regenwasser. Eine Außenaufzuchtanlage mit 18 000 l befindet sich im Bau.
Gegen Verpilzung wird dem Wasser „sera mycopur“ zugesetzt. Erlenzapfen gehen auch, aber das Mycopur wirkt schneller. Als Aufzuchtfutter dienen Pantoffeltierchen, Mikro, Eipulver und Artemia. Die heranwachenden und erwachsenen Tiere werden mit Grindal (auf Seramis® gezogen) Flocken- und Tabletten-, Karpfen- und Forellenfutter, rohen Kartoffeln, Zucchini und gefrosteten Kohlrabiblättern, sowie Frostfutter (dafür allein stehen 4 Gefriertruhen zur Verfügung) versorgt.
Verkauft werden die Nachzuchten z.T. auf Börsen, z.T. werden sie an den Handel abgegeben. Gewinn wirft die Anlage (noch) nicht ab, aber sie ist auch kein Verlustgeschäft. Modernisierungspläne etwa für Energieeinsparung bestehen bereits.

Besuch des Erfurter Aquariums      von Jörg Leine Abbildung W.-H. Leine

Am 15.09.07 besuchte ich gemeinsam mit meinem Sohn die Sonderausstellung zum 250. Geburtstag von Johann Matthäus Bechstein im, mit seinen gut gestalteten Dioramen auch sonst sehenswerten, Naturkundemuseum Erfurt. In der (richtigen) Annahme, dass die Ausstellung kein tagfüllendes Programm bieten würde, hatten wir (nach vielen Jahren einmal wieder) einen Besuch des Aquariums, das nun mal wieder als „Aquarium des Thüringer Zooparks Erfurt“ fungiert, eingeplant.
Die Zugehörigkeit zum Zoopark hat zumindest nicht nur positive Seiten. So gibt es nicht einmal mehr Flyer des Aquariums. Zooparkführer gibt es auch nicht, wäre nach Auskunft des Personals auch kaum sinnvoll, da das Aquarium in diesen Führern praktisch nicht stattfindet. Werbung für das Exotarium Oberhof (erfolgte früher gegenseitig in Form von Flyern) ist auch nicht mehr gestattet. Ich hatte den Eindruck, dass man schon froh sein muss, dass das Aquarium überhaupt noch existiert – aber das kann auch täuschen.
Der Teich in der Außenanlage wird von Kois, Karpfen und Stören (Art?) bewohnt. Die Störe waren nur bei Sonneneinfall und der dadurch möglichen Sicht bis auf den Teichgrund zu sehen. Eine Beschilderung haben wir nicht gefunden.

Von den sechs Außengehegen waren vier besetzt. Hier lebten Rothörnchen (Tamiasciurus hudsonicus (Erxleben, 1777)), ein hübscher, etwas kleinerer in Nordamerika weit verbreiteter Verwandter unseres Eichhörnchens; Lisztäffchen (Sanguinus oedipus (Linnaeus, 1758)); Vierzehenschildkröten sowie Griechische und Maurische Landschildkröten (Testudo horsfieldii Gray, 1844 (die Art, lange Zeit einmal in der Gattung Agrionemys geführt, wird heute (meist) wieder zu Testudo gestellt); Testudo hermanni Gmelin, 1789 und Testudo graeca Linnaeus, 1758) und schließlich Physignathus cocincinus Cuvier, 1829, die von Südchina bis Vietnam vorkommende Grüne Wasseragame in schönen großen Tieren.
Betritt man das Aquarium selbst, fällt zuerst auf, dass die Kaimane verschwunden sind. Ihre Anlage entsprach nicht mehr den Vorstellungen der Ethikkommission und da es nicht möglich war innerhalb kurzer Zeit ein in seiner Größe den Anforderungen entsprechendes Gehege zu erstellen, mussten die Tiere weichen. An ihrer Stelle befindet sich jetzt ein großes Riffbecken, das am 25.05. dieses Jahres eingeweiht wurde. 

Nun ist der Ausdruck „Riffbecken“ so eine Sache. Es handelt sich um einen großen Wasserkörper mit sehr viel Schwimmraum und einigen Steinaufbauten. Keine Korallen (auch keine künstlichen), keine Seeanemonen oder sonstige Wirbellose sondern nur Fische in vielen Arten. Das mag ja angehen, wenn man nicht auch mindestens eine Amphiprion-Art eingesetzt hätte (ohne Symbiose-Anemone) und Pterois volitans Linnaeus, 1758, die sich natürlicherweise nicht im Freiwasser aufhalten. Dann reibt man sich die Augen, denn neben Fledermausfischen (Platax teira (Forsskål, 1775)), die in einer Ecke stehend einen etwas verängstigten Eindruck machten, schwimmt eine größere Gruppe Monodactylus argenteus (Linnaeus, 1758), Fische, die man gedanklich eigentlich immer dem Brackwasser zuordnet. In Wirklichkeit handelt es sich aber um Meerwasserbewohner, die in Brack- sowie z.T. auch in Süßwasser eindringen. Auf die weitere Besetzung des Beckens soll hier nicht näher eingegangen werden.
Mehr oder weniger als Auflistung einige Fischarten, die in den anderen Aquarien gehalten werden.
Lanaosee-Barbe: Eine wissenschaftlich noch nicht beschriebene hübsche aber leider ziemlich groß werdende Barbenart aus dem Lanaosee auf der Insel Mindanao. Die Tiere wurden dem Erfurter Aquarium 1995 von
Heiko Bleher übergeben, der sie selbst gefangen hatte. 2000 erfolgte die Welterstnachzucht. Nach Angaben des Aquariums handelt es sich um die einzigen Tiere dieser Art in Europa.
Leporinus fasciatus (Bloch, 1794), Leporinus desmotes Fowler, 1914 und Leporinus arcus Eigenmann, 1912 waren in jeweils mehreren schönen großen Exemplaren vertreten. Das Gleiche gilt für Anostomus anostomus (Linnaeus, 1758), Anostomus ternetzi Fernández-Yépez, 1949 und Anostomus taeniatus (Kner, 1858) (heute in die Gattung Laemolyta gestellt).
In einem Seewasserbecken tummelten sich drei Muränenarten:
Gymnothorax undulatus Lacepède, 1803; Gymnothorax fimbriatus (Bennett, 1832 und Gymnothorax kidako (Temminck & Schlegel, 1846). Die Verstecke waren so gestaltet, dass man alle drei Arten gut, wenn auch nicht vollständig, sehen konnte.
Polypterus ornatipinnis Boulenger, 1902, Polypterus senegalensis Cuvier, 1829 und Erpetoichthys calabaricus Smith, 1865 bewohnten gemeinsam ein Becken.
Ein großes Pärchen
Tilapia mariae Boulenger, 1899 führte etwa einen Zentimeter große Jungtiere und beanspruchte mehr als das halbe Aquarium für sich. Die Mitbewohner, u.a. Vertreter mehrerer Synodontis-Arten „drängelten“ sich um ein paar Versteckplätze. Aber nicht nur die Mitbewohner wurden in die Schranken gewiesen, auch der Besucher, der sich mit Gesicht oder Finger „den Jungen näherte“ wurde attackiert.
Andere, mehr oder weniger bemerkenswerte Arten waren etwa halbwüchsige
Panaque nigrolineatus (Peters, 1877); Myleus rubripinnis (Müller & Troschel, 1844), schöne Tiere mit ihrem silbernen Körper und dem intensiv rot gefärbten, vergrößerten vorderen Teil der Anale – aber bepflanzen kann man ihr Aquarium nicht.; Danio choprae Hora, 1928; Trigonostigma espei (Meinken, 1967); Apareiodon spec. (Bodensalmler Südamerikas); Puntius gelius (Hamilton, 1822) – geführt als Puntius canius, ein Junior-Synonym -; Puntius microps (Günther, 1868), Boraras brigittae (Vogt, 1978), Boraras maculatus (Duncker, 1904) und sowohl in dem größeren Becken, das den Abschluss des kleinen Gangs bildet (ein Seewasserbecken, das, schön eingerichtet, mit seinen vielen Weichtieren den Namen Riffbecken viel eher verdient als das neue Großbecken) als auch im „Riffbecken“ Gomphosus varius Lacepède, 1801, den Vogellippfisch – tolle Tiere mit ihrer mit ihrer dunkelgrünen Färbung und der Namengebenden stark verlängerten Schnauze.
Der Gesamteindruck ist durchaus geteilt. Einerseits sind (fast) alle Becken gut bis sehr gut eingerichtet, meist bepflanzt (z.T. mit Kunstpflanzen, wenn echte nur das Nahrungsspektrum der Insassen bereichern würden) und sauber – Algen sind kaum einmal sichtbar, was zumindest auch daran liegt, dass in alle Aquarien, in denen das einigermaßen ging, Harnischwelse eingesetzt wurden. Das Artenspektrum ist sehr breit und die Tiere befinden sich durchweg in einem guten Zustand. Auf einer kleinen Tafel entschuldigt sich das Personal für die z.T. etwas zerkratzten Scheiben (eine Tatsache, die mir gar nicht so aufgefallen ist), sie seien z.T. über 50 Jahre alt und könnten nur nach und nach ausgetauscht werden. Andererseits lässt die Beschilderung stark zu wünschen übrig. Ist sie an den Becken der Eingangshalle durchaus noch zufrieden stellend (etwa Abbildung der Tiere, Gattungs- und Artname), so ist sie an den kleinen Aquarien des anschließenden Ganges völlig unzureichend. Dort besteht die Beschriftung aus einer groben Angabe der Heimat der Fische (z.B. Südostasien, Amazonasgebiet) und einer Auflistung der Arten mit einem deutschen Namen und einem wissenschaftlichen, der immer wie folgt aussieht:
R. hetromorpha, B. microps, B. brigittae, B. choprae, B. sidthimunki (übrigens in mehreren schönen großen Exemplaren,) usw., mehr nicht. Mein Sohn meinte: Da findet sich doch keiner zurecht, der nicht selbst Aquarianer ist. Aber auch die finden sich nur zurecht, wenn sie die Tiere kennen oder per Ausschlussprinzip die letzte verbleibende Art identifizieren können. Noch etwas stört mich immer wieder: Es kann nicht angehen, dass der Besucher „besser“ in der Nomenklatur „bewandert“ ist als eine öffentliche, wissenschaftlich geleitete Tierhaltung (und das ist das Aquarium spätestens, seitdem es dem Zoo angehört). Dabei geht es mir nicht um „sehr neue Namen“ wie Yasuhikotakia oder Chromobotia – aber Triginostigma könnte man schon schreiben und dass alle „Barben“, „Bärblinge“ usw. in die Gattung Barbus gestellt werden ist wirklich kaum vertretbar. Die, wenn ich mich recht entsinne, einzige Art, die in der Gattung Puntius geführt wird ist Puntius canius (Hamilton, 1922) – aber das ist ein Synonym s.o. (übrigens: kenn den Namen jemand?).
Trotzdem, wer in Erfurt weilt sollte mal wieder vorbeischauen. Der „Besucheransturm“ hält sich stark in Grenzen. Man kann nur hoffen, dass der Zoo diese Einrichtung nicht eines Tages schließt – dann wären die 100 000 Aufbaustunden letztlich umsonst gewesen (die Tafel neben dem Eingang existiert noch – noch hat sich niemand am „Nationalen Aufbauwerk“ der DDR gestört).

2. Große Aquaristikausstellung Dresden       Jörg Leine Abbildung W.-H. Leine

Vom 15.09. bis 06.10. findet in Dresden-Felsenkeller Am Eiswurmlager 1 nach der Ausstellung 2005 bereits die zweite große Aquarien- und Terrarienausstellung statt (geöffnet täglich von 10:00 bis 19:00 Uhr). Sie wird veranstaltet von den beiden Dresdener Vereinen: „Wasserrose“ Dresden e.V. und „Kampffisch“ Dresden e.V.. Endgültig abgeschlossen wird die Ausstellung am „07.10.2007 - 14 bis 17 Uhr“ mit einer „großen Verkaufsbörse
In zwei historischen Becken mit laufenden Springbrunnen, 88 „modernen“ Aquarien unterschiedlicher Größe und 4 Terrarien werden zahlreiche Fische und leider nur wenige Reptilien gezeigt. 

An den Wänden der Treppe zum Ausstellungskeller hingen diesmal die bekannten Fischposter des Bede-Verlags.
Im Vorraum stand unter anderem ein gut eingerichtetes Seewasserbecken, ausgestellt von einem Händler Dresdens (das einzige Meerwasseraquarium der Ausstellung).
Betritt man den Ausstellungsteil, stehen auf einer Seite die beiden historischen Becken und dazwischen eine Vitrine mit antiquarischer Literatur und Technik. Auf der anderen Seite wird man von einem zum Verkauf stehenden großen Aquarium begrüßt, dessen Bepflanzung die Regionalgruppe Sachsen des AK Wasserpflanzen übernommen hatte. Besetzt ist das Becken mit einer großen Gruppe
Priapella olmecae Meyer & Espinosa Pérez, 1990 – ein toller Anblick. Steht man eine Weile vor dem Becken, sieht man „außer den Fischen“ noch sehr kleine leuchtende Punkte – mehr nicht. Erst wenn man genauer hinsieht erkennt man die „an den Leuchtpunkten hängenden“ (± neu geborenen) Jungfische.
Es folgen 11 kleinere Becken mit Zuchtformen von Lebendgebärenden (
Xiphophorus hellerii Heckel, 1848; Xiphophorus maculatus (Günther, 1866); Poecilia sphenops Valenciennes, 1846; Poecilia reticulata Peters, 1859; dazwischen schöne Xiphophorus variatus (Meek, 1904) und gegenüber eine tolle große Gruppe Phalloceros caudimaculatus (Hensel, 1868)). In einem der „modernen“ Kleinbecken schwammen Xiphophorus pygmaeus Hubbs & Gordon, 1943. Ebenfalls in solch kleinen Becken wurden Herterandria formosa Girard (ex Agassiz), 1859 und Elassoma evergladei Jordan, 1884 präsentiert. Letztere waren in dem dicht bepflanzten Becken allerdings kaum sichtbar.
Ein Aquarium wurde von
Hyphessobrycon bentosi bentosi „White Fin“ aus dem Rio Oyapok und Apistogramma spec. „Schwarzkinn“ bevölkert. In einem anderen, allerdings nicht unmittelbar benachbarten Becken schwammen „normale“ Hyphessobrycon bentosi bentosi Durbin, 1908 (die Unterart ist allerdings eingezogen). So konnte man beide „Formen“ miteinander vergleichen. Ich fand die „White Fin“ attraktiver.
Von einem 11jährigen Vereinsmitglied wurden ein Schwarm halbwüchsiger
Phenacogrammus interruptus (Boulenger, 1899) und Pelvicachromis taeniatus (Boulenger, 1901) „Boandewori“ ausgestellt.
Dann kam, am Ende des ersten Ausstellungsganges (und im zweiten Gang) ein besonderes Schmankerl, eine größere Sammlung von „Kaltwasserfischen“:
Pseudophoxinus stymphalicus (Valenciennes, 1844), eine Elritze aus Griechenland; Leucaspius delineatus (Heckel, 1843), unser Moderlieschen; Padogobius bonelli (Bonaparte, 1846), die in Fließgewässern und Seen Norditaliens und Dalmatiens lebende Panizza-Grundel (die Angabe Südfrankreich auf dem Schild beruht möglicherweise auf einem Irrtum); Gobio gobio (Linnaeus, 1758), unser einheimischer Gründling; Gasterosteus aculeatus Linnaeus, 1758, der Dreistachlige Stichling; Pungitius pungitius (Linnaeus, 1758), der Neunstachlige Stichling; Tinca tinca (Linnaeus, 1758), die Schleie - Fisch des Jahres 2007 -; Perca fluviatilis Linnaeus, 1758, der Flußbarsch; Rutilus rutilus (Linnaeus, 1758), die Plötze; Rhodeus amarus (Bloch, 1782), unser Bitterling; Salvelinus fontinalis (Mitchell, 1814), der eigentlich nordamerikanische, bei uns aber eingebürgerte, Bachsaibling; Salmo trutta fario Linnaeus, 1758, die einheimische Bachforelle und Oncorhynchus mykiss (Walbaum, 1792),  die Regenbogenforelle Nordamerikas.
Und was gibt es sonst zu sehen? – Hier eine Auswahl:
Trichopsis schalleri Ladiges, 1962; Betta smaragdina Ladiges, 1972; 1,1 große Aequidens rivulatus (Günther, 1860), das Männchen mit beginnendem Wachstum des Stirnbuckels zusammen mit Thorichthys meeki Brind, 1918 und Herichthys carpintis (Jordan & Snyder, 1899; Uaru amphiacanthoides Heckel, 1840; Chromobotia macracanthus (Bleeker, 1882): 6 mittelgroße Tiere zusammen mit mehreren Cichlidenarten (u.a. große intensiv rote Astronotus ocellatus (Agassiz, 1831)) ohne ausreichende Deckung, so dass sie hinter dem Innenfilter Schutz suchten;
oder – wer kennt afrikanische Labyrinther? – hier kann er eine ganze Reihe kennen lernen:
Ctenopoma acutirostre Pellegrin, 1899; Ctenopoma kingsleyae Günther, 1896; Ctenopoma petherici Günther, 1864; Ctenopoma weeksii Boulenger, 1896; Ctenopoma muriei (Boulenger, 1906); Microctenopoma ansorgii (Boulenger, 1912); Microctenopoma damasi (Poll & Damas, 1939) sowie Microctenopoma fasciolatum (Boulenger, 1899);
und für die Fans von Killifischen:
Scriptaphyosemion cauveti (Romand & Ozouf-Co-staz, 1995) „GRCH 93/238“; Nothobranchius foerschi Wildekamp & Berkenkamp, 1979; Nothobranchius rachovi Ahl, 1926; Nothobranchius korthausae Meinken, 1973; Fundulopanchax moensis (Radda, 1970); Fundulopanchax gardneri (Boulenger, 1911); Aphyosemion australe (Rachow, 1921); Aphyosemion ogoense (Pellegrin, 1930); Simpson-ichthys constanciae (Myers, 1942); Simpsonichthys whitei (Myers, 1942), heute in die Gattung Nematolebias Costa, 1998 (als Typusart) gestellt; Austrolebias nigripinnis (Regan, 1912); Rivulus cylindraceus Poey, 1860 und schließlich Epiplatys sexfasciatus togolensis Loiselle, 1971 „Nigerdelta“
Der AV Hoyerwerda steuerte zwei Becken mit (auch hier „Barbus“ genannt)
Puntius tetrazona (Bleeker, 1855); Puntius semifasciolatus (Günther, 1868) (als Barbus schuberti) Puntius conchonius (Hamilton, 1822) sowie einer Art der Victoriasee-Buntbarsche, deren Identität mir nicht klar ist, bei.
Die DCG war auch vertreten, zumindest befand sich ihr Logo an einem Aquarium mit einer
Tropheus Variante.
In den Terrarien wurden
Boa constrictor Linnaeus, 1758, Python molurus Kuhl, 1820 (ein Albino), Physignathus concincinus Cuvier, 1829 und Bartagamen, bei der Art möchte ich mich nicht festlegen, es waren keine besonders großen Tiere mit Jungtieren unterschiedlichen Alters in einem viel zu kleinen Terrarium, gezeigt.
Ein kleiner Stand der Deutschen Kakteengesellschaft beendete den Rundgang.
Die Beschilderung war an allen Becken einheitlich – einfach, aber aufwendig: Es waren kleine Schildchen gedruckt worden auf denen links ein Aquarium mit Amphore zu sehen war, das auch einen Teil des oberen Randes einnahm. Oben rechts waren die Logos der beiden Vereine eingearbeitet (beides in Farbe). Den größten Teil nahm ein weißes Feld ein, in dessen oberen Teil der Name des Ausstellers stand und im unteren Teil fand man den wissenschaftlichen Namen (Schreibfehler und „nomenklatorische Ungenauigkeiten“ inbegriffen), den deutschen Namen und das Heimatgebiet der ausgestellten Art.
Der Aufbau der Ausstellung hat, wie das bei so großen Veranstaltungen so ist, viel Engagement erfordert. So sagte mir der (am 16.09. noch) Stellvertretende Vorsitzende des Bezirks 05 - Ostsachsen, dass er für den Aufbau der Ausstellung eine Woche Urlaub genommen hatte. Dieser persönliche Aufwand, der auch in Dresden nur von vergleichsweise wenigen Vereinsmitgliedern investiert wird, ist auch der Grund dafür, dass die nächste Ausstellung nicht in zwei sondern eher erst in drei Jahren stattfinden wird.
Trotzdem war noch nicht alles fertig geworden. In dieser Hinsicht „glänzten“ die Terrarianer wie bereits bei der vergangenen Ausstellung besonders. Die vorgesehenen (Wasser- und/oder Sumpf-)Schildkröten waren am zweiten Ausstellungstag noch nicht da, lediglich den leeren Wasserkasten konnte man „bewundern“. Grund: Der Aussteller ist im Urlaub. An den Terrarien fehlte jegliche Beschilderung – Grund: die Schilder wurden zwar versprochen, aber nicht angefertigt. Bemerkung des Stellvertretenden Bezirksvorsitzenden sinngemäß: Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir gar keine Terrarien ausgestellt.
Bei 4,00 Euro Eintritt (Ermäßigungsberechtigte zahlen natürlich weniger) gibt es auch Interessenten, die an der Kasse den Rückzug antreten. Aber zu viel sind diese vier Euro nach meiner Meinung keinesfalls.
Noch eine bemerkenswerte Initiative ganz am Schluss: Neben dem Gästebuch lag eine Unterschriftenliste, auf der man
gegen die Pläne des Berliner Tierschutzbeauftragten  L Ü D C K E  ein Importverbot für Wildtiere zu erlassen protestieren konnte. (Zur Nachahmung empfohlen – etwa auf Börsen – meint der Redakteur.)